Segel-Expeditionen in Antarktis, Kap Hoorn, Süd-Georgien, Falklands, Feuerland, Patagonien, Brasilien
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Süd-Georgien

Eine Segelreise ans Ende der Welt

Süd-Georgien wurde beschrieben als "Himalaya gesehen von Simla", da das Bergpanorama unbeschreiblich schön ist, besonders im Mondlicht. Es ist die höchste, gebirgigste und zweit grösste Insel der Inselgruppe, welche den antarktischen Kontinent kreisförmig einschliesst. Zwei Bergketten bilden das "Rückgrat" der Insel. Der höchste Berg ist Mount Paget (2.934 Meter) und 12 andere Gipfel sind mehr wie 2'000 Meter hoch.

Die höchsten Berge befinden sich im mittleren Teil der halbmondförmigen Insel und bilden eine Barriere gegen das rauhe Wetter, welches die stürmischen Winde und die südwest Seite tragen. Die Ostseite der Insel hat milderes Wetter.
Die Inselgruppe Süd Georgien ist 170 km lang und 30 km breit und liegt mitten in den ‘furious fifties’ Breitengraden. Süd Georgien ist englisches Hoheitsgebiet und zum Naturreservat erklärt worden. Jedoch wurde nur für Bird-, Cooper- und Annenkov-Island der Zutritt verboten. Es wird schwer sein, jemals einen abgelegeneren Fleck der Erde zu betreten als diesen. Kap Hoorn liegt 2000 km südwestlich, die Falklands 1000 km nordwestlich und bis nach Kapstadt sind es 4800 km. Halb bedeckt von Gletschern und Schnee, ragen die endlosen Bergketten bis zu 3000 Metern aus dem Ozean empor. Es gibt ca. 25 Gletscherseen, in denen teilweise die Eisberge treiben. Flachland gibt es kaum. Die Küste besteht an der Nordseite oft aus Kieselsteinstrand und beherbergt Millionen von Tiere. Alleine über 3 Mio. Macaroni-Pinguine, 1 Mio. Pelzrobben, 360.000 Seeelefanten, ca. 400'000 Eselspinguine und 300'000 Königspinguine brüten auf diesen Stränden. Eine einzige Kolonie bei St. Andrewsbay beherbergt über 100'000 Königspinguine.

Die Ankerplätze sind spektakulär, die Geräusche der Tiere, Ausblicke in die Gletscher, Berggipfel, atemberaubend schön, unbeschreiblich.

Im letzten Jahrhundert war South Georgia für den Walfischfang in den Mittelpunkt des Interesses gerückt, denn die nördlichen Ozeane waren durch jahrhundertelange, intensive Fänge leergefischt worden. James Cook meldete riesige Wal- und Robbenaufkommen im südlichen Polarmeer und verursachte damit einen enormen ‘Goldrausch’. Für die nächsten 100 Jahre war damit die gnadenlose Jagd auf diese Tiere bishin zur Ausrottung vorprogrammiert. Anfang dieses Jahrhunderts waren die Tiere dann soweit dezimiert, daß sich der Fang auch hier nicht mehr lohnte. Zwischenzeitlich ist auf South Georgia (um die Walfängerstation herum) eine regelrechte Stadt entstanden, mit Kino und Kirche. Grytviken wurde erst 1965 verlassen und besteht auch heute noch. Die Seeelefanten eroberten diese jedoch zurück. Die Kirche wurde restauriert, das Kino ging verloren. Süd Georgien ist britisch und steht unter Naturschutz. In King Edward Point, Grytviken wird ein Postbüro, eine wissenschaftliche Station udn ein Museum (eingerichtet durch Tim and Pauline Carr) unterhalten.

 

Programm Süd-Georgien

1. Tag Mount Pleasant - Port Stanley
Reise per Bus oder Taxi vom Mount Pleasant Flughafen zum Besucher Steg in  Downtown Stanley, wo die Sarah auf ihre Gaeste wartet.1-stündige Fahrt über die einzige auf den Falklands vorhandene Straße bis Port Stanley, der „Hauptstadt“ (und dem einzigen größeren Ort) der Falkland-Inseln. Hügelige Landschaften, viel Küste, einige Farmen, Seen und die bizarren „stone runs“ geben uns einen ersten Eindruck. An Bord Erklärung der wichtigsten Funktionen, Aufteilung der Kojen etc..

2. - 6. Tag Port Stanley - South Georgia

Wir überqueren 600 Meilen des Südatlantiks und werden dabei ein wenig die Zähne zusammenbeißen müssen. Gerade in dieser Situation bewährt sich die solide Konstruktion des Schiffes, so daß wir beruhigt dem Wellenspektakel zusehen können. Mit Sicherheit werden wir zwischen den Wolkenfeldern Albatrosse sehen, vielleicht sogar den Wandering Albatros, der mit seiner Spannweite von 3,20 Metern einen unvergeßlichen Eindruck bei uns hinterlassen wird. Aber auch die anderen Seevögel , die Sturmschwalben und unser Lieblingsvogel, der Kapsturmvogel mit seiner phantasti­schen Federpracht, werden uns begeistern. Die Natur ist schön, die Vögel haben ihren Spaß .
Wir werden jetzt auch mehr nach Eisbergen Ausschau halten. Tag und Nacht kontrollieren wir regelmäßig den Radar oder halten draußen Ausschau, um diesen Kolossen aus dem Wege zu gehen. Wer von uns darf den ersten entdecken?
Nach 4 oder 5 Tagen kommt bereits Land in Sicht. Wir segeln allerdings erst nach King Edward Point um einzuklarieren und lassen somit am letzten Tag South Georgia noch an Steuerbord liegen. Wir können die ersten Gletscher und tiefen Fjorde erkennen.

7. - 8. Tag Grytviken 

Wir müssen uns bei den Behörden melden und einklarieren. Nach der langen Segelpassage wird sich wohl jeder erst mal die Beine vertreten wollen und so nutzen wir den Tag, zwischen den Ruinen Grytvikens hindurchzuschlendern, Shackelton’s Grab zu besuchen und  unsere ersten See-Elefanten kennenzulernen. Sie liegen zwischen verrosteten Fässern und Maschinen und scheinen sich endlos zu langweilen. Das Kino ist 1996 zusammengebrochen. Die Kirche wird aber gerettet und renoviert. Es gibt sogar ein kleines Museum.
TREKKING: Bis zum Mount Hodges sind es ca. 2,5 Stunden. Von dort genießen wir unseren ersten Ausblick über Grytviken und die Gletscherlandschaft des Inlandes. Im fernen Südosten erhebt sich der Mount Paget, der höchste Berg South Georgias.

9. Tag Grytviken - Maikiven

TREKKING: Wir gehen wieder in Grytviken an Land und folgen der Ostseite dieser riesigen Cumberland Bucht bis Maiviken, einer weiteren, verlassenen Wafängerstation. Dort wartet die „Sarah“ bereits auf uns. Wir setzen noch einmal kurz die Segel und gehen in der nächsten Bucht vor Anker.

10. Tag Maiviken - Larssen Fjord

Wir segeln tief bis in den Fjord hinein, in die Nähe des Gletschers.
TREKKING: Wir machen unsere erste Eiserfahrung. Unter kundiger Führung  suchen wir  uns eine gute Route zum höheren, ungefährlichen Teil des Gletschers. Angeleint suchen wir nach Gletscherspalten und lassen uns bei einigen in diese skurrilen Höhlen herabseilen. Ein hellblaues, aber diffuses Licht umgibt uns. Um uns herum Eiswände, Stalagniten, Stalagtiten, Schneebrücken. Wir können 50-100 Meter weit sehen. Alle paar Meter werden durch einen Schmelzwasserbach unterbrochen, der manchmal auch einfriert und dann bizarre Formen annimmt. Kann die menschliche Phantasie etwas Schöneres entwerfen?

11. Tag Larssen Fjord - Ocean Harbour

Mitten in der Bucht von Ocean Harbour ragt das gut erhaltene Wrack eines Raa-Seglers aus dem Meer auf. Wir gehen vor Anker und verbringen endlose Zeit mit den See-Elefanten (Eli´s) und Pelzrobben. Sobald wir etwas mehr landeinwärts gelangen, können wir wahrscheinlich Elche beobachten, deren Vorfahren im letzten Jahrhundert hier ausgesetzt worden waren und die sich gut vermehrten. Auch Ratten wurden durch den Menschen eingebracht. Heute sind der größte Teil der Küste von Ratten infiziert, was der Vogel- und sonstige Tierwelt schweren Schaden zugefügt hat.

12. - 13. Tag Ocean Harbour - St. Andrews Bay

TREKKING: über Land erreichen wir St. Andrews Bay, die größte Kolonie der Königspinguine.
Hier nisten ca. 100.000 Stück nicht nur am Kieselsteinstrand sondern auch bei den Ausläufern des Heaney Gletschers. Königspinguine soweit das Auge reicht. Diese Pinguine sind wahrsten Sinne des Wortes die Könige der Pinguine. Sie werden bis zu 1 Meter groß und benehmen sich majestätisch. Ihre gold-orangene Zeichnung am Hals glänzt in der Abendsonne. Keine Art ist schöner und graziler. Zwar sind die Kaiserpinguine größer, jedoch auch plumper und nur im antarktischen Winter zu sehen, also eigentlich unerreichbar. Dies ist ein ganz besonderes und seltenes Ereignis. Königspinguine kommen ansonsten nur auf wenig anderen subantarktischen Inseln vor, die von Schiffen und Yachten jedoch normalerweise nicht erreicht werden können. In der Antarktis selbst findet man sie nicht.
TREKKING: die Besteigung der Nordenskjöldspitze (7.725 ft) würde von hieraus ca. 2-3 Tage in Anspruch nehmen und über mehrere Gletscherfelder führen.

14. Tag St. Andrew Bay - Gold Harbour

Nochmals können wir eine massive Königspinguinkolonie beobachten.

15. Tag Gold Harbour - Cooper Bay

Wir haben den südlichsten Teil South Georgias erreicht (54°50 Süd, 35°45 West). Die Küste ist oft den heftigen Stürmen ausgesetzt und ensprechend zerklüftet und chaotisch.

16. Tag Cooper Bay - Larsson Harbour

Larsson Harbour ist ein kleiner Fjord am Eingang zum Drygalski Gletscher. Glatte, riesige Felswände ragen kerzengerade aus dem Meer hervor.

17. Tag Drygalski Fjord

Wir kommen zum aktivsten und beeindruckendsten Gletscher South Georgias. Das Wasser ist übersät mit Eisschollen und kleinen Eisbergen. Hier in der Nähe brüten die Blauäugigen Kormorane.

18. Tag Drygalski Fjord - Royal Bay

TREKKING: Nachdem wir am Strand nochmals die Königspinguine aus allernächster Nähe beobachten können, machen wir uns zu einem mehrstündigen Trek Richtung St. Andrew Bay auf. Der Weg ist oft steinig. Von der Anhöhe aus haben wir einen weiten Blick auf die riesigen Tierkolonien in St. Andrews Bay und Royal Bay.

19. Tag Royal Bay - Godthull

Auch in Godthul finden wir die Überreste einer Walfängerstation. Verrostete Teile liegen zusammen mit verwitterten Walknochen am Stand verstreut. Auch hier werden wir wahrscheinlich auf Elche stoßen.

20. Tag Godthull - Cobbler's Cove

Wir gehen in einer sehr kleinen aber vollkommen ruhigen Bucht vor Anker. Der Eingang ist spannend, denn er ist sehr schmal und normalerweise unruhig.
TREKKING: Wir können relativ schnell auf die Anhöhe der Bluff Peninsula gelangen und ganz Cumberland Bay überschauen.

21. Tag Cobbler's Cove - Leith Harbour - Stromness Bay - Husvik

Ähnlich wie in Grytviken stehen auch hier 3 verlassene Walfängerstationen. In den Fässern lagert noch Walfischtran, der einen ranzigen Geruch verbreitet. Riesige Kessel und Transchleudern sind stille Zeugen der früheren ‘Blütezeit’ und lassen die Ausmaße und Kapazitäten dieser Fabriken erahnen.

22. Tag Stromness Bay - Fortuna Bay - Hercules Bay

Wir kommen zur größten Kolonie der Macaroni-Pinguine: 80.000 dieser witzig anmutenden Tiere brüten, versorgen ihre Jungen oder hocken unter Steinen.

23. Tag Hercules Bay - Prince Olav Harbour - Bay of Isles - Albatross Island

In Prince Olav Harbour sehen wir zum letzten Mal eine verlassene Station. Die ‘Bay of Isles’ beherbergen eine unglaubliche Konzentration von Pelzrobben und brütenden Albatrossen. Bei Rosita Harbour ist es unmöglich an Land zu kommen, da die gesamte Küste von den Pelzrobben belagert wird. Auf Albatross Island können wir jedoch gut an Land und viele brütende Vogelsorten antreffen, darunter vor allem Albatrosse: Wandering, Sooty, Giant Petrel und Grey Headed Mollymauk.

24. Tag Albatross Island - Elsehul

TREKKING: Letzte Gelegenheit für einen ausgedehnten Trek zur Südseite South Georgias. Wir können an einem Tag Undine Harbour und Cape Paryadin erreichen. Vom Paß aus können wir gut die Seestraße zwischen Bird Island und South Georgia beobachten. Es ist wild und tumultartig. Dieser Teil der Insel ist auch am ungeschützten, denn die meisten Stürme kommen aus Südwest. Weiter geht es bis zur Südküste. Mehrmals haben wir die Gelegenheit, uns brütenden Albatrossen zu nähern. Ein friedlicher Abschluß unserer South Georgia Expedition.

25. - 32. Tag South-Georgia - Falklands

33. Tag Port Stanley - Goose Green

Nachdem wir erst mal wieder ausgiebig die Zivilisation genossen haben und die nötigen Einkäufe erledigt haben, machen wir uns auf, um noch einen Eindruck von den Falklands zu bekommen. Wir segeln entlang der südlichen Küste Ostfalklands bis Goose Green.
Goose Green war eines der wichtigen Kriegsschauplätze des Falkland Krieges. Ein argentinischer Soldatenfriedhof erinnert daran.
Goose Green ist außerdem die wohl größte Farm der Falklands. Zur Scherzeit werden hier die Schafherden zusammengetrieben und geschoren. Pro Schaf dauert das ca. 1,5 Minuten. Sie haben dann allerdings einige Tage gutes Wetter nötig, um sich wieder von dem Kälteschock zu erholen, einige verenden. Impfungen gibt es nicht, das wäre unwirtschaftlich.

34. Tag Goose Green - Port Stanley

Wir segeln zurück nach Port Stanley und bereiten uns langsam auf den Rückflug vor. Morgen müssen wir früh raus. En letztes ‘pint of ale’ im ‘Victory Bar’ Pub.

35. Tag Port Stanley - Mount Pleasant

Per Bus oder Taxi wieder zum Mount Pleasant Flughafen.

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