Segel-Expeditionen in Antarktis, Kap Hoorn, Süd-Georgien, Falklands, Feuerland, Patagonien, Brasilien
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Leben an Bord

Logbuch 03h15m. Marisol tippt leicht ans Barometer und bemerkt, daß der Luftdruck fällt. Nachdem sie den neuen Standsowie Log und Kurs im Logbuch notiert hat, mißt sie die Seewassertemperatur. Eine Messung von 2 Grad C oder weniger bedeutet Eisberggefahr. Saskia setzt Wasser auf um die, von der Kälte leicht erstarrte Wachmannschaft, mit einer heißen Tasse Kaffee in die Kojen schicken zu können. Sie steckt kurz den Kopf durch die Luke um mit Klaus zu plaudern. Obwohl das Boot gut sich selbst überlassen werden kann ist er nur schwer unter Deck zu bekommen. Ohne Unterlaß erzählt er von seinen Beobachtungen. Der Mond ist zwar noch nicht am Horizont erschienen, jedoch erhellen bereits Milliarden Sterne die See und ihren ungestümen Begleiter. Als ob es eine elegante Handschrift besäße, schreibt das Boot phosphorisierende Spuren ins Wasser. Manuel beschreibt, wie nur eine dreiviertel Stunde vorher ein Heer von Delphinen das Schiff eine Zeitlang zum Mittelpunkt ihrer Spielabenteuer auserkoren hatte.

Vorrangiges Ziel ist natürlich das Erleben und Genießen der Natur, Auseinandersetzen mit ihr, aber auch das Bewältigen der Natur um uns herum. Wir glauben, daß die Gäste intensiver und bewußter alles miterleben, wenn sie aktiv mitsegeln. Seglerische Vorkenntnisse sind nicht nötig. Grundkenntnisse werden an Bord erklärt. Für jeden der gerne mehr erfahren möchte, steht das Skipperpaar gerne zur Verfügung. Die taktischen und wetterbedingten Entscheidungen werden mit der gesamten Mannschaft besprochen. Sie hat natürlich Mitspracherecht. Auf der anderen Seite ist das Skipperpaar für Boot und Besatzung verantwortlich und nimmt somit die endgültige Entscheidung wahr.

Sobald wir in Landnähe sind, werden halb- bis ganztägige Exkursionen geplant. Während der Segeltage sind alle Crewmitglieder an den ca. 2-stündigen Ruderwachen beteiligt. Die Arbeiten an Bord werden aufgeteilt, je nach dem, wer was kann oder am liebsten macht. Derjenige, der sich mit der Kartenarbeit vertraut gemacht hat, wird während seiner Wache die Position und evtl. den gewünschten Kurs einzeichnen. Aber auch wenn die Arbeiten etwas kalt und evtl. naß zu werden drohen, packt jeder mit an. Beim Großsegelreffen sollten dem Skipper immer ein oder zwei Mann zur Hand gehen.Während des Segelns bei schwerem Wetter werden an Deck Sicherheitsleinen benutzt. Fürs Ankermanöver werden jedesmal 3 bis 4 Mann benötigt. Da Seeleoparden liebend gerne aus Juchs und Dollerei Schlauchboote anknabbern, müssen diese nach Gebrauch immer wieder an Deck gehißt werden. Aber auch auf kulinarischem Gebiet werden den Mitseglern keine Zwänge auferlegt. Haben Sie schon mal bei 20 Grad Krängung ein Brot gebacken? Wer sich auf diesem Gebiet gerne auf die Probe stellen möchte, bekommt genügend Gelegenheit dazu.

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