Segel-Expeditionen in Antarktis, Kap Hoorn, Süd-Georgien, Falklands, Feuerland, Patagonien, Brasilien
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Klima

Die Drake Passage ist der einzige Unterbruch zwischen den südlichen Bergzügen, der Anden und der antarktischen Halbinsel, wo steile Berghänge, wie risiege Dinosaurier aus eisigen Wassern ragen.

Obwohl es bei Kap Hoorn im Durchschnitt nicht stärker weht als an der deutschen Nordseeküste ist doch jedem bekannt, welchen Namen sich Kap Hoorn gemacht hat.  Das Gebiet wird durch Windströmungen dominiert, die westlich von Kap Hoorn durch keinerlei Landmassen aufgehalten werden.  Alle anderen Kontinente reichen bis maximal 40 Grad süd, Kap Hoorn liegt jedoch auf dem 56-sten Breitengrad. Die ostwärts wandernden Tiefs haben somit zumeist ihre maximale Stärke erreicht, wenn sie auf ihr erstes Hindernis, die Anden-Kordillere stossen. Eine Tiefdrucklage jagt die nächste. Dadurch ergibt sich eine typische Wettersituation, bei der Stürme von 1-2 Tage Dauer, von einer 4-5 tägigen windstillen Periode abgewechselt werden.

Der Wind weht vorwiegend aus westlicher Richtung und wird stärker je westlicher man sich befindet. Umso weiter man sich nach Süden Richtung Kap Hoorn bewegt desto launenhafter und kräftiger wird der Wind.  Windstärken bis zu 60 Knoten (Windstärke 12) sind keine Seltenheit dauern aber meist nicht lange an. Hinzu kommt das Phänomen der Fallwinde, Williwaws genannt. Durch die zerklüftete Insellandschaft können die lokalen Wetterverhältnisse extreme Unterschiede aufweisen. Während es bei Kap Hoorn 60 Knoten weht, kann bei Porto Torro (ca. 25 Seemeilen davon entfernt) Windstille herrschen.

Beim Beagle-Kanal herrscht ein mildes Meeresklima. Im Sommer betragen die Durchschnittstemperaturen 11 Grad C. Der Jahresniederschlag liegt bei 75 nun. Der Kanal und seine Buchten frieren nie zu und es gibt keine Eisberge (ausgenommen in der Nähe der Gletscher). Ab März/April sind die Bergspitzen schneebedeckt.
Die antarktische Peninsula liegt südlich der typischen Depressionsbahnen, die über die Drake-Passage hinwegziehen. Somit sind die vorherrschenden Winde milde und haben eine östliche Komponente. Im Sommer gibt es lange Perioden Windstille und sonniger Tage. Der Jahresniederschlag liegt bei ca. 50 mm. Die
Durchschnittstemperaturen liegen im Sommer bei 5 Grad C.

Früher waren die Klipper gezwungen, bei jeglicher Wetterlage das Kap zu umrunden. Wettervorhersagen aufgrund von eigenen Wetterbeobachtungen waren höchstens einige Stunden lang gültig. Ausserdem wagten die Schiffe noch zur Jahrhundertwende nicht, dem Land nahe zu kommen und evtl. Unterschlupf bei einer Bucht zu suchen, da aufgrund der völlig unzureichenden Navigationsgeräte Landgänge äusserst gefährlich waren. Neben den bootstechnischen Vorraussetzungen haben sich zum Glück natürlich auch die Navigationsmöglichkeiten grundlegend geändert. Satellitnavigation ist eine Selbstverständlichkeit geworden. Zudem stehen alle Chartersegelboote der Region in täglichem Funkkontakt zueinander sowie zum Wetteramt in Santiago de Chile, von dem zweimal täglich eine Wetterkarte per Fax empfangen werden kann. Nahezu alle Boote können Satellit-Wetterkarten aufzeichnen.

Die Kooperation unter den Segelbooten ist aussergewöhnlich gut. Auch die chilenische sowie argentinische Marine sind sehr hilfsbereit und zeichnen die Positionen aller Schiffe tagtäglich ein und hören die Schiffahrtsfrequenzen ab.

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